Zwischen alten Normen und neuen Formen – Gründe fürs Heiraten

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Gründe fürs Heiraten
Die verwirrende Vielfalt in der heutigen Beziehungslandschaft ist für junge Paare nur schwer auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Die alten Vorbilder herkömmlicher Lebensformen haben zusehends an Anziehungskraft verloren, während die neuen Leitbilder moderner Beziehungsmodelle sich noch nicht etablieren konnten. Zwischen alten Normen und neuen Formen ist ein Raum größter Unsicherheit und Unentschlossenheit entstanden. Es fehlt ein allseits anerkannter Orientierungs- und Ordnungsrahmen.

Dennoch haben wir es bei aller Vielfalt keinesfalls mit Beliebigkeit zu tun. Die Lebensformen der Menschen sind stets ihre entsprechende Antwort auf bestimmte Lebensbedingungen und Lebensumstände. Sie bleiben so lange allgemeinverbindlich und gültig, wie sie von den Menschen als sinnvoll und zweckmäßig erachtet werden und ihre soziale Aufgabe und Funktion erfüllen. In gesellschaftlichen Übergangssituationen verlieren sie ihre fraglose Selbstverständlichkeit. Dann suchen gerade junge Frauen und Männer – oft verzweifelt genug – nach (neuen) tragfähigen Formen des Miteinanders, um unter den veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen (über-)leben zu können. Continued

Bewegte Beziehungen in der Familie – Gründe fürs Heiraten

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Bewegte Beziehungen

• Er ist unsterblich in sie verliebt.
• Sie ist zu ihm gezogen.
• Die beiden leben schon lange zusammen.
• Sie ist endgültig ausgezogen.
• Er hat sich in eine andere verliebt.
• Nach langer Prüfungszeit heiraten sie.
• Sie genießt ihr Single-Dasein.
• Er sieht sie nur am Wochenende.
• Ihre Ehe ist gescheitert.
• Sie lebt mit einem verheirateten Mann zusammen.
• Er heiratet zum zweiten Mal.
• Sie hat einen neuen Lebensgefährten.
• Die beiden feiern ihre Silberhochzeit.
• Er kommt über die Trennung nicht hinweg.
• Sie lieben sich und versprechen sich Treue. Continued

Leben zwischen Abhängigkeit und Unabhängigkeit – heiraten oder nicht

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Heiraten oder nicht
Wie eine Zerreißprobe erfahren junge Frauen und Männer das oft unerträgliche Spannungsverhältnis von Abhängigkeit und Unabhängigkeit. Einerseits können sie in den meisten Lebensbereichen – anders als alle Generationen vorher – eine weitreichende Freiheit und Unabhängigkeit ausleben, was u.a. den eigenen Lebensstil, das Freizeit- und Konsumverhalten, den Freundeskreis und die Liebesbeziehungen betrifft; andererseits stehen die meisten von ihnen noch in unmittelbarer finanzieller Abhängigkeit vom Elternhaus. Über zwei Drittel der jungen Erwachsenen sind heute völlig oder teilweise auf materielle Unterstützung angewiesen. Die Aus- und Weiterbildung – ob Lehre, Studium oder Meisterkurs – wird trotz Beihilfen oder Ferienjobs von den Eltern ganz wesentlich mitfinanziert.

Familiäre Unterstützung kennt viele Spielarten: finanzielle Spritzen, Sachleistungen, Versorgung im elterlichen Haushalt, Beistand und Rat in alltäglichen oder außergewöhnlichen Lebenssituationen. Familie wird hier im wahrsten Sinne des Wortes zur Solidargemeinschaft. Das hat es sicherlich zu allen Zeiten gegeben. Was für unsere Zeit völlig neu ist, sind der zeitliche Rahmen, der Umfang und die Intensität der familiären Leistungen. Sie können sich heute über Jahrzehnte erstrecken. Continued

Wertewandel, Verlust oder Gewinn – heiraten oder nicht

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Heiraten oder nicht
Im Rückblick auf die letzten Jahrzehnte können wir einen grundlegenden Wertewandel in allen gesellschaftlichen Bereichen bis hin zu den privaten Lebensfeldern ausmachen. Die Eltern, vor allem die älteren Jahrgänge, lebten in ihrer Kindheit noch größtenteils in einheitlich geprägten, oft christentümlichen Verhältnissen mit mehr oder weniger eindeutigen Wertevorgaben durch Familie, Kindergarten, Schule, Kirche, Arbeits- und Freizeitwelt. Die heutigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen hingegen sehen sich einer Vielzahl mehrdeutiger, oft sich widersprechender Lebenseinstellungen und Lebensweisen ausgesetzt.

Im Mittelpunkt der sozialen Veränderungen steht zweifellos die Entscheidungs- und Handlungsfreiheit des Individuums. Aus den vielfältigen Möglichkeiten heutiger Lebensgestaltung wählt die einzelne Person aus, entscheidet sich für das eine und zugleich gegen das andere und begründet ihre Option. Jedoch setzt diese Freiheit junge Menschen unter starken Druck. Sie sind mehr denn je herausgefordert, mit den Widersprüchlichkeiten und Unvereinbarkeiten der Wertevielfalt unserer Zeit leben zu lernen, einen Ausgleich zwischen den sich widerstreitenden vor Stellungen und Ansichten herzustellen und zugleich eine eigene Position zu beziehen. Für nicht wenige liegt in dieser Herausforderung eine ständige Überforderung! Continued

Zwischen Gelingen und Scheitern – heiraten oder nicht

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Heiraten oder nicht
Zwischen Gelingen und Scheitern, zwischen diesen beiden Lebenspolen bewegen sich die Lebens- und Liebesbiographien der Menschen. Die gesellschaftlichen Veränderungen mit ihren vielfältigen Umbruchsituationen in allen Lebensbereichen lassen junge Paare unter völlig anderen Voraussetzungen ihre Beziehung beginnen als noch ihre Eltern. Die traditionellen, oft geschlechtsspezifischen Vorgaben, die die Einstellungen und Verhaltensweisen vor und in der Ehe bestimmten, haben an Plausibilität verloren und sind kaum mehr vermittelbar. An die Stelle dieser in gewisser Weise auch entlastenden Selbstverständlichkeiten sind inzwischen die Selbstzuständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Partner bzw. der Paare getreten. Die herkömmlichen Leitbilder von Ehe und Familie werden zusehends abgelöst von neuen Idealvorstellungen partnerschaftlichen Zusammenlebens.

Diese Entwicklung befreit und verunsichert gleichermaßen. Zum einen eröffnet sie ganz neue Chancen und Möglichkeiten zur persönlichen Gestaltung der Partnerschaft, zum anderen löst sie bei vielen (jungen) Menschen, vor allem bei den Männern, gefühlsmäßige Irritationen aus. Wir sind erst auf dem Weg zu einer wirklichen Partnerschaft zwischen Mann und Frau – und noch lange nicht am Ziel! Entgegen allen guten Absichten und Vorsätzen herrschen vielerorts noch die alten Machtverhältnisse. Es ist nicht leicht, sich von lieb gewordenen Gewohnheiten und Annehmlichkeiten zu verabschieden. Continued

Der lange Weg zur Beziehungsentscheidung – heiraten oder nicht

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Beziehungsentscheidung
Mit der Möglichkeit einer weithin freien und eigenverantwortlichen Lebensgestaltung erhöhen sich die Ansprüche und Anforderungen an die jungen Menschen, in gleichem Maße allerdings auch der individuelle Leistungs- und Erfolgsdruck. Konnten früher Misserfolg und Scheitern zur eigenen Entlastung den verantwortlichen Instanzen in Familie, Schule, Ausbildung und Beruf zugeschoben werden, so erleben wir heute Fehlschläge und Enttäuschungen als mehr oder weniger selbst verschuldet. Was einst als Schicksalsschläge gottgegeben hingenommen wurde, schreiben wir uns nun selbst als persönliches Versagen oder Fehlverhalten zu. Die neu gewonnenen Freiheiten und Freiräume sind kaum ohne persönliche Risiken und Wagnisse zu haben.

Das trifft in besonderer Weise auf die Beziehungsentscheidung junger Paare zu. Der Weg dahin wird länger und schwieriger und ist mit vielen Wenn und Aber gepflastert. Heute können junge Leute ihre Partnerin bzw. ihren Partner mehr oder weniger frei wählen und sich ohne Druck gesellschaftlicher Konventionen und Traditionen füreinander entscheiden. Niemand wird heute mehr verheiratet; heute heiratet man! An die Stelle des einstigen Wahl- und Bestimmungsrechtes der Familie ist die Wahl- und Entscheidungsfreiheit der Partner getreten. Alle Standes-, Herkunfts und Konfessionsschranken sind mehr oder weniger gefallen. Bis auf wenige Ausnahmen kann jede(r) jede(n) heiraten. Die Partnerwahl ist in der Regel frei und uneingeschränkt. Continued

Unverbindliche Lebenssituationen – verbindliche Lebensentscheidungen

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Junge Erwachsene leben in einer Zeit äußerer und innerer Widersprüche – Unverbindliche Lebenssituationen:
• Einerseits drängt es sie nach Unabhängigkeit und Selbstständigkeit, andererseits stoßen sie immer wieder an die Grenzen materieller Abhängigkeit und daraus resultieren-der Verpflichtungen.
• Einerseits entwerfen sie erste Berufs- und Lebenspläne, andererseits scheitern sie häufig bei deren Realisierung.
• Einerseits sind sie auf der Suche nach stabilen und gesicherten Lebensräumen, andererseits werden sie immer wieder mit instabilen und zerbrechlichen Lebensverhältnissen konfrontiert.
• Einerseits spüren sie in sich eine Sehnsucht nach verlässlichen und verbindlichen Beziehungen, andererseits er-fahren sie die Wechselhaftigkeit ihrer Freund- und Liebschaften.
• Einerseits bemühen sie sich um Aufbau bzw. Konsolidierung einer selbstbewussten Persönlichkeit, andererseits wird ihnen die Teilnahme am beruflichen und gesellschaftlichen Leben der Erwachsenen verweigert. Continued

Die Ablösung vom Elternhaus – unterschiedliche Sichtweisen

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Im Prozess der Ablösung vom Elternhaus wird die Familie zu einem Schnitt-punkt gegenläufiger Strömungen: Nähe und Distanz, Vertrautheit und Fremdheit, Beziehung und Entziehung, Freundschaft und Gegnerschaft, Anpassung und Widerstand, Einverständnis und Widerspruch.

Der Ablösungsprozess lässt niemanden kalt. Alle Beteiligten sind ganz unmittelbar betroffen. Und alle erleben ihn aus ihrer ganz persönlichen Sichtweise – oft unterschiedlich, mitunter sogar völlig gegensätzlich. Jedes Familienmitglied hat seine je eigene Lebensgeschichte; jedes Familienmitglied findet seine je eigenen Lebensbedingungen vor; jedes Familienmitglied entwickelt seine je eigene Lebensperspektive. Entsprechend gewichten und bewerten alle die Ereignisse und Abläufe in der Familie ganz subjektiv aus ihrem Blickwinkel. Das macht den Ablösungsprozess so spannend – und so spannungsgeladen. Meinungsverschiedenheiten, heftige Auseinandersetzungen, Streit und Konflikte sind da vorprogrammiert.

Die Perspektive der Heranwachsenden Continued

Erfahrung mit unterschiedlichen Familienformen – Gründe fürs Heiraten

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Familienformen
Die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind schon in ihrer Kindheit und Jugendzeit mit den vielfältigen Lebensformen konfrontiert worden – entweder in der eigenen Familie oder in den Familien ihrer Freunde und Kollegen. Zwar wächst der größte Teil weiterhin in der traditionellen Familie mit leiblichen Eltern (und Geschwistern) auf, aber der Anteil anderer Familienformen nimmt von Jahr zu-Jahr auffallend zu. So lebt mittlerweile jedes 5. Kind mit nur einem Elternteil zusammen, und jedes 7. Kind muss den Wechsel zur Zweit- oder Fortsetzungsfamilie, früher auch Stieffamilie genannt, verkraften. Die langfristigen Prognosen besagen, dass zukünftig nur noch die Hälfte aller Kinder in den Familien groß wird, in die sie hineingeboren worden sind. Die Zweitfamilie ist ein besonders kompliziertes Gebilde, gilt es dabei doch zahlreiche Beziehungsklippen zu umschiffen, insbesondere für die Kinder und Jugendlichen. Ein neues Beziehungsnetz mit weit verzweigten Knotenpunkten – neue Väter oder neue Mütter, neue Geschwister, neue Großeltern, neue Verwandtschaft – will zunächst auf seine Tragfähigkeit überprüft sein. Rivalitätskämpfe um Machtpositionen und Führungsrollen, aber auch um Liebe und Zuwendung stehen an. Viele Kinder und Jugendliche fühlen sich aufgerieben zwischen der alten und der neuen Familie. Continued

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